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Eintrag vom 12.02.2009 / 12.27
Um auch in der Zukunft „durch unser Leben navigieren zu können“, gerade angesichts der „ besonderen Zeiten,“ in denen wir uns derzeit befinden, braucht man Informationen.
In der Tagespresse las ich kürzlich, dass sich mehrere „ Wirtschaftsbosse mittlerweile dahingehend äußerten, dass die Krise bald überwunden sei.
Dazu an dieser Stelle 2 Meinungen
Hier die 1. aus dem Handelsblatt vom 12.02.2009
Endet die Rezession viel schneller als gedacht?
von Olaf Storbeck
Es gibt sie noch, die guten Nachrichten:
Drei Ökonomen der US-Eliteuniversität Stanford stellen die These auf, dass es mit der Konjunktur deutlich schneller wieder aufwärts gehen könnte als es derzeit aussieht. Ihren Konjunktur-Optimismus stützen sie auf historische Analysen und ein theoretisches Modell. Lesen Sie, wie die Forscher ihre Hoffnung begründen.
"Wir stehen vor einer Nebelwand!" Allerorten treten derzeit Manager mit dieser Botschaft vor Investoren und Mitarbeiter. Etliche Firmen, von der Deutschen Bank bis Ebay, geben vorsichtshalber überhaupt keine Prognosen mehr ab.
Die wirtschaftliche Unsicherheit ist derzeit so hoch wie seit fast 30 Jahren nicht mehr, zeigt eine neue Studie eines Forschertrios der US-Universität Stanford. Ähnlich unklar war die Zukunft zuletzt in der zweiten Ölkrise Ende der siebziger Jahre, stellen Nick Bloom, Max Flötotto und Nir Jaimovich fest in ihrer Studie mit dem Titel "Really Uncertain Business Cycles" fest.
Für die aktuelle Krise lassen sich daraus Argumente für vorsichtigen Optimismus ableiten. Denn die Analyse legt nahe: Die Folgen der Bankenkrise für die Realwirtschaft könnten kleiner sein, als es derzeit aussieht. Vielleicht kommt die Erholung eher, als die trüben Wirtschaftsdaten ahnen lassen.
Und hier die 2. Meinung in Auszügen eines Interviews von
Gerard Celente das am 12.12.08 geführt wurde
Obama sagt: yes, we can - Celente sagt: no, we can not
Gerard Celente ist ein Trendvorhersager, Buchautor und Chef des Trend Research Instituts, welches er 1980 gegründet hat. Berühmt ist er für seine richtigen Vorhersagen von Weltereignissen geworden, wie den Crash der Börse 1987, den Zusammenbruch der Sowjetunion 1990, die Asienkrise 1997, den Zusammenbruch der russischen Wirtschaft 1998, das Platzen der Internetblase 2000 und die Rezession 2001. Weiter hat er richtig vorhergesehen, den Anfang des Goldrausches 2002, den Abstieg des Immobilienmarktes 2005, die Rezession 2007 und die Panik von 2008.
Celente ist also KEIN PHRASENDRESCHENDER SPINNER
Journalist Freeman: Wie sehen sie die augenblickliche Lage in Amerika?
Celente: Das Finanzsystem ist völlig zusammengebrochen. Die einzigen zwei Sachen welche die Regierung noch macht, um das Land am Leben zu erhalten, ist entweder mehr Geld zu drucken oder die Zinsen zu senken. Wir nennen es den Bernanke Doppelschritt, es gibt nur zwei Schritte die der FED-Chef machen kann. Keiner dieser beiden Massnahmen werden den Kurs ändern und den Wirtschaftsabsturz aufhalten.
Es wird eine neue produktive Kapazität benötigt, wie zum Beispiel in den 90ger Jahren, als wir in eine Rezession gingen, kamen wir durch die Internet-Technologie wieder raus. Alles wurde auf das Internet umgestellt. Das war reell. Es gab wohl eine Spekulation in den Märkten, aber das hatte nichts mit der Existenz des Produktes zu tun. Es war eine produktive Kapazität. So etwas kann man nicht mit einer monetären oder fiskalischen Anregung auslösen.
Zum Beispiel, wir haben einen neuen Präsidenten, der 2.5 Millionen Arbeitsplätze schaffen will, wie er sagt. Wo will er das Geld dafür hernehmen? Er kann es nur drucken. Mit was wir hier konfrontiert sind, ist eine Hyperinflation wie damals in der Weimarer-Republik, das kann auch dem Dollar blühen.
Ich bin übrigens ein politischer Atheist. Ich glaube nicht an Märchen, ich bin ein erwachsener Mensch. Wenn irgendjemand glaubt, die Politiker werden uns retten, der begeht Selbsttäuschung oder ist ein Kind. Und dieser Selbstbetrug ist sehr ausgeprägt in Amerika. Die Menschen sind sehr hoffnungsvoll, dass der neue Präsident irgendwie eine Veränderung bewirken wird.
Journalist: Die Finanzkrise ist über den Atlantik nach Europa rüber und ruiniert die ganze Welt.
Celente: Ja das stimmt. Auf meinen Reisen merke ich leider immer wieder, die Europäer und die Asiaten übernehmen einfach jeden Mist aus Amerika und machen alles nach. So ist die CS und die UBS der gleichen stupiden kriminellen Geldmanipulation unterlegen, wie die Banken hier. Vor einem Jahr gab es noch die Frage, ob das Ausland sich anstecken würde. Jetzt hat die ganze Welt eine Lungenentzündung.
Schauen sie sich nur an was in Spanien passiert, mit dieser zügellosen Bautätigkeit, die eine gigantische Immobilienhalde produziert hat. Das Land ist pleite.
Genau so ist es mit den ehemaligen Ostblockstaaten. Ich habe Leute von dort getroffen und musste mit Erstaunen zuhören, wie sie über Investitionen und über Marketing herumposaunt haben, wie wenn sie schon immer im Kapitalismus gelebt hätten. Die haben mit mir gesprochen, wie wenn sie genau wüssten was Sache ist. Sie haben sich mehr wie Raubtiere benommen, wie die Alteingesessenen aus dem Westen. Diese Länder und viele andere haben sich ihren eigenen Wirtschaftshorror eingebrockt und sind alle voll auf die Nase gefallen.
Journalist Wie sehen sie das Jahr 2009? So wie es aussieht, kommt die Wirtschaft zu einem völligen Stillstand.
Celente: Wir haben gerade unsere Prognose für 2009 veröffentlicht. Wir sagen den völligen Kollaps der Wirtschaft voraus. Am 7. November 2007, haben wir den Finanzcrash und die Panik für 2008 vorhergesagt, und es ist eingetroffen. Nächstes Jahr werden wir den ganzen Einzelhandel zusammenbrechen sehen, dann den Zusammenbruch der gewerblichen Immobilien, usw. ... wir werden die grösste Depression überhaupt erleben, viel schlimmer als die sogenannte „Grosse Depression“ der 30ger Jahre.
Journalist: Wow!
Celente: Und ich sage auch warum. Damals besassen nicht so viele Leute hoch verschuldete Liegenschaften, sie haben sie auch nicht bis oben hin beliehen wie jetzt, sie hatten damals auch keine Kreditkarten, sie waren nicht mit 14 Billionen in der Kreide. Damals gab es einen Handelsüberschuss, jetzt liegt Amerika mit über 700 Milliarden pro Jahr im Minus. Der Staatshaushalt war damals ausgeglichen, jetzt haben wir ein gigantisches Defizit und die Staatsverschuldung liegt bei 13 Billionen, wobei alleine in diesem Jahr 1 Billion neu dazukam.
Am Anfang des II. Weltkrieges, war die USA der Motor der ganzen Industrieproduktion der Welt, wir hatten die höchste Produktivität. Das ist schon lange vorbei. Wir sind eine Nation im Niedergang. Wir gehen in die grösste Depression, und sie wird weltweit stattfinden.
Journalist: Was meinen sie, wird es eine Massenarbeitslosigkeit, mit anschliessenden Aufständen geben?
Celente: Ja, einen Trend zu einer Revolution sehen wir auch. Was in Griechenland im Augenblicklich abgeht, kann überall passieren.
Journalist: Werden wir jetzt durch eine schmerzhafte, ein oder zwei Jahre andauernde, Depression gehen und dann aus dem Tal rauskommen?
Celente: Wie sollen wir aus dem Tal rauskommen? Was wird uns da raus helfen?
Journalist: Dann wird es eine langanhaltende Depression werden?
Celente: Ja!
Journalist: Tönt ja gar nicht gut. Wie wird es Europa treffen?
Celente: Europa wird besser dastehen, weil die Menschen dort nicht so verschuldet sind, und sie sind eher in der Lage sich selber aus dem Schlamassel zu ziehen. Amerika hat sich in ein Land voller Weicheier verwandelt, sie können gar nichts selber machen, sie können nur konsumieren, leben in grossen Häusern, fahren grosse Autos und sind selber gross und fett geworden. Sie können einfach nicht aufhören über ihre Verhältnisse zu leben. Sie verbrauchen zu viel Essen, Energie und Raum. Sie wissen nicht wie man bescheiden lebt. Jetzt ist die Party vorbei und den Gürtel enger schnallen wird sehr schmerzhaft werden. Wir haben eine wachsende Schicht von völlig verarmten, was wir so noch nie hatten. Es ist erschreckend. Wir werden eine sehr hohe Arbeitslosigkeit haben, mehr als bei der letzten Depression.
Journalist: Sie sehen demnach keine Lösung wie man da raus kommt.
Celente: Nur wenn wir eine neue Produktionskapazität in Gang setzen können, die weiter geht als die neuen Technologien für alternative Energien, kommen wir da raus. Es muss etwas völlig revolutionäres sein, was der neue Motor für die Wirtschaft wird, wie die Entdeckung des Feuers oder die Erfindung des Rades.
Journalist: Was können sie meinen Lesern sagen, wie sie sich auf die kommende Depression vorbereiten sollen?
Celente: Wir im Institut sagen schon lange, man soll keinen Cent mehr ausgeben als man hat. Wir werden eine neue Bescheidenheit leben müssen, in dem man nur Sachen kauft, die man wirklich benötigt und sie dann auch länger verwendet. Dieser ganze Zyklus des Konsums ist vorbei, dass man Glück sich erkaufen und durch Materialismus erreichen kann. Verstehen sie mich richtig, ich mag auch schöne Sachen, nur jetzt geht es um Qualität, oder weniger ist mehr.
Es wird eine grosse Veränderung stattfinden. Das ganze fängt auf lokaler Ebene an. Man muss sich um seine Gemeinde kümmern, und dort aktiv sein. Wie kann man seinen Mitmenschen nützen. Seien sie froh, in der Schweiz haben sie ja direkte Demokratie und können mitbestimmen. Hier in Amerika haben wir absolut nichts mehr zu sagen, sie machen was sie wollen. Zum Beispiel, die Menschen sind gegen die Rettungspakete, aber was machen die Politiker? Sie machen es trotzdem.
Journalist: Ich sag meinen Lesern, schützt eure Städte und Gemeinden, kämpft um den Beibehalt der öffentlichen Infrastruktur, verhindert die Privatisierung und den Ausverkauf aller Werte.
Journalist: Was sie uns alles voraussagen, ist nicht gerade optimistisch.
Celente: Das hat mit Optimismus oder mit Pessimismus nichts zu tun, sondern mit Realismus. Es ist wie wenn sie zum Doktor gehen und er sie mit Krebs im Endstadium diagnostiziert. Soll er sie anlügen, oder sagen wie es ist? Ein falscher Optimismus ändert nichts an der Tatsache, sie werden bald sterben.
Dieses Interview wurde hier nur auszugsweise wiedergegeben.
Das vollständige Interview finden Interessierte unter
www.alles-schallundrauch.blogspot.com
Interessante Aussagen ? Oder ?
Jean de la Bruyere hat gesagt: ” Das genaue Gegenteil was allgemein geglaubt wird ist meistens die Wahrheit“.
Da stellt sich für uns doch die Frage:
Welche allgemein geglaubte Meinung herrscht dieser Zeit vor ?
Unsere Politiker wissen nicht, wo die Reise hingeht, unsere Wirtschaftsbosse wissen nicht wo die Reise hingeht, wie sollen wir es wissen ??
Vielleicht hilft an dieser Stelle ja angesichts der vor uns stehenden ungewissen und sicherlich schwierigen Zeiten einfach die allgemeine Sinnfrage:
Sie dürfen nicht nach dem Sinn Ihres Lebens suchen, denn dann werden Sie ohne Antwort bleiben.
ES IST NÄMLICH GENAU ANDERSHERUM:DAS LEBEN IST ES; DAS SIE TÄGLICH BEFRAGT - UND SIE MÜSSEN ANTWORTEN
Mit anderen Worten: Erledige die Dinge des Tages mit deinen Taten und stelle keine weiteren Fragen, die dich doch nur bedrücken - und die vor allem ohne Echo bleiben.
Der Tag schaufelt dir genug Probleme vor die Tür, sie wollen alle bewältigt sein, dass dies geschieht, das ist der Sinn deines Lebens "
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Eintrag vom 22.01.2009 / 17.25
„Unser NEUES FINANZSYSTEM“
Hilfe ich verstehe es nicht!
Ich bin zwar studierter Ökonom – aber unser „ Neues Finanzsystem“ erschließt sich mir nicht.
Nehmen wir z.B. an, ein Händler einer Bank trifft in seiner Tradingabteilung eine falsche Investmententscheidung (das können die meisten Banker doch offensichtlich wirklich gut) Dann geht der zu seinem Chef und sagt, „ unsere Anlageentscheidung XY hat massive Verluste produziert.“
Sagt der Chef ?„ das macht gar nichts - unsere Verluste gehen sowieso in die „Bad Bank“ oder in eine Ausgleichsforderung oder oder …auf jeden Fall, das trägt der Staat ohnehin“.
Noch besser:
Der normale Bankkunde sagt zu seinem Berater, „ mein Minus auf dem Konto will oder kann ich derzeit gar nicht zurückführen “ Darauf der Berater “ müssen Sie aber“ - sagt der Kunde „aber wieso, wo ist Ihr Problem, ob zu Ihren 10 , 15 oder 20 Milliarden Verlusten nun noch ein paar Tausend von mir dazu kommen, ist doch nun wirklich nicht erheblich“. Außerdem geben Sie Ihre Verluste doch eh in eine „Bad Bank“
„Wie auch immer - der Staat kommt doch sowieso für die Verluste auf „
(Ich, Lucius McProfit, bin übrigens absolut sicher, dass eine (internationale) „Bad Bank“ oder die abgemilderte Form der Ausgleichsforderung kommt)
Der Dialog geht ungefähr so weiter:.
Sagt der Berater „aber Ihre Zahlungsverpflichtung behalten Sie doch in jedem Fall – spätestens wenn der Staat die Forderung über die Steuern wieder haben will“
Sagt der Kunde “ durch die Finanz – und Wirtschaftskrise werde ich meinen Job verlieren, dann zahl ich doch eh keine Steuern mehr“ ……….
Das ganze Spiel wird vielleicht sogar noch auf große Unternehmen ausgeweitet. Macht das (Groß) Unternehmen Verluste, übernimmt das der Staat, wir müssen ja die Arbeitsplätze (erst einmal, zumindest bis zur nächsten Wahl) erhalten
Ich will hier nicht klug reden, ich kenne derzeit auch keine Alternativen oder Patentlösungen, aber irgendwie müssen wir uns wohl mal mehr und intensiver Gedanken machen, um eine, den gegenwärtigen Krisen „angemessene“, - Lösung zu finden. Auch wenn die dann vielleicht nicht populär und Wählerstimmen erhaltend sind.
Ich glaube, im Moment stehen wir erst am Anfang der Krise!
Was wir zurzeit weltweit erleben, ist der Umbau unserer Welt in eine bessere Zukunft. Voraussetzung dafür ist, dass alte Strukturen einstürzen, im Privaten wie im Globalen.
Und wichtig ist, dass wir mutige, vielleicht eben aber auch schmerzhafte und unpopuläre Entscheidungen treffen. (Nur) dann werden wir gestärkt aus dieser Krise hervorgehen.
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Eintrag vom 18.12.2008 / 12.32
Lucius McProfit empfiehlt:
Finanzen.de Der Unabhängiger Ratgeber für Anleger und Verbraucher.
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Eintrag vom 10.11.2008 / 14.46
Kreditkartenkrise in den USA
Die US-Amerikaner sind Konsumweltmeister. Dabei geben sie mehr aus, als sie verdienen, und das schon seit Jahrzehnten. Möglich macht das die Kreditkarte. Doch statt am Ende des Monats die gesamten Schulden des Kreditkartenkontos zu tilgen, wird oft nur ein Mindestbetrag gezahlt. So haben US-Amerikaner mittlerweile über 800 Milliarden Dollar Schulden allein auf ihren Kreditkartenkonten angehäuft.
hier zu ein interessanten Beitrag aus Plusminus (ARD Mediathek)
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Eintrag vom 28.10.2008 / 14.44
Kurzfristiger Crash oder langfristige Wirtschaftskrise -
oder gar Depression?
Die derzeitige Finanz- und sich abzeichnende Wirtschaftskrise betrifft nun mal nahezu jeden von uns. Deshalb kommt man an diesem Thema - auch auf diesem Portal mit dem Anspruch, Tipps zur Lebensnavigation zu geben - nicht vorbei.
Unser aller Leben wird sich aller Voraussicht nach deutlich ändern.
Man könnte denken, die Zeit der "Schönredner und Berufsoptimisten" sei vorbei.
Aber - aus aktuellem Anlass:
Wenn man - auch jetzt noch - Gespräche zwischen Bankkunden/Depotinhabern und der Masse der Bankberater verfolgt, kommt einem das Grausen
"IHR GELD IST NOCH NICHT VERLOREN, das ist ja nur vorübergehend, das muss man nur aussitzen, das kommt alles wieder!" So klingt es heute in unzähligen "normalen" Gesprächen zwischen Kunden und Beratern .
Das kann man nun doch wirklich nicht mehr hören. Und genau diese Haltung, die nun mal weit verbreitet ist, veranlasst mich, nochmals zu der Krise Stellung zu beziehen.
Zu einer verantwortungsbewussten und aufrichtigen Beratung (und, ja - es gibt auch solche Berater - sie sind halt nur in der Minderzahl) gehört doch auch ein gewisser Realismus, eine Offenheit und Ehrlichkeit, auch wenn sie "schmerzhaft" ist.
Dieses Spiel mit der Hoffnung der Leute finde ich perfide.
Man sagt: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Das stimmt zwar, aber es gibt immer zwei Seiten im Leben.
"Die Hoffnung ist der Kutscher der Armut" ist eine weniger zitierte aber leider häufig vor kommende Variante.
Was lernen wir daraus? Bei aller Hoffnung muss man auch Realist bleiben und aus der realistischen Einschätzung sachliche Entscheidungen ableiten.
Für Ihre Entscheidungsfindung hier noch einige harte Fakten:
Über die fundamentalen Risiken der HYPO - Kredite, der Kreditkarten-, Auto- sowie sonstiger Konsumentenkredite, die alle als Finanzinstrumente weltweit verkauft wurden, hatte ich schon in meinem Jahresausblick für 2008 (im Dezember 2007 hier als Blog veröffentlicht) hingewiesen und ist auch zwischenzeitlich schon viel geschrieben worden.
Aber hinzu kommt:
Ein noch viel größeres Drama spielt sich im globalen Casino für Versicherungen von Firmenkrediten ab. Mit sogenannten Kreditderivaten - im Branchenjargon Credit Default Swaps ( CDS )genannt - sichern sich Geldgeber für den Fall ab, dass eine Firma ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen kann.
Je schlechter es einem Unternehmen geht , umso höher liegt die Prämie für die Absicherung. Egal, ob Telekom, General Motors oder Bank of America: CDS’s–Kontrakte gibt es beinahe für jeden Großkonzern der Welt.
Doch was einst als sinnvolles Instrument zur Risikoabsicherung startete, entwickelte in den vergangenen Jahren ein gefährliches Doppelleben. Banken, Versicherungen und Hedgefonds begannen, mit den Prämien zu spekulieren wie mit Kettenbriefen. Die Risiken wurden x-fach weitergereicht.
So hat sich in den vergangenen vier Jahren das Marktvolumen auf heute 55 Billionen Euro verzehnfacht. Das entspricht dem Bruttosozialprodukt der gesamten Welt. Nun droht dieses undurchsichtige Netz gegenseitiger Zahlungsgarantien zu reißen.
Die bevorstehende Rezession wird die Zahl der Unternehmenspleiten dramatisch in die Höhe treiben - und damit die Kreditversicherungen reihenweise fällig werden lassen. "Wir hatten jahrelang einen Schönwettermarkt" sagte UNICREDIT Analyst Philip Gisdakis, "jetzt kracht es richtig".
Mehr dazu können Sie übrigens im "Spiegel", Ausgabe Nr. 43 lesen mit dem Titel "Das Ende der Gemütlichkeit". Es lohnt sich.
Aber die Ursachen für die jetzige Krise gehen auch auf eine Vielzahl noch viel schwerer wiegenden wirtschaftspolitischen Fehler und Entwicklungen der letzten Jahrzehnte zurück.Wer sich für die Zusammenhänge näher interessiert, dem empfehle ich das Buch: "Der Crash kommt" von Prof. Max Otte.
Kommt eine Depression ?
Innerhalb der Gilde der Ökonomen und Politiker werden Sie kaum einen finden , der Depressionen prognostiziert.
Voraussagen von WIRTSCHAFTSFORSCHUNGSINSTITUTEN gehen bestenfalls von einem nahenden leichten Abschwung aus, niemals von einer schmerzhaften Depression. Schnupfen darf die Weltwirtschaft gelegentlich haben, aber die Möglichkeit einer ernsthaften Erkrankung wird standhaft geleugnet.
Kein Wunder:
Wirtschaftsinstitute werden mit Staats– und Verbandsgeldern bezahlt.
Auch viele Politiker sind offensichtlich Berufsoptimisten: Herr Peer Steinbrück tat entrüstet und hielt Leute, die vor einigen Wochen zaghaft die Möglichkeit einer Rezession nur erwähnten, öffentlich „irgendwie für Hysteriker“.
LEBENSNAVIGATION - Tipps für Ihre Zukunft
"Letztlich müssen die ungesunden Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte in einer Depression enden. Die wirtschaftliche Tätigkeit wird über einen längeren Zeitraum zurückgehen. Börsenkurse werden einbrechen, die Arbeitslosigkeit wird explodieren. Der Vertrauensverlust wird massiv sein. Die Kreditvergabe implodiert, da nur noch die vertrauenswürdigsten Unternehmen und Privatpersonen überhaupt Kredit bekommen.
Firmen und Arbeitnehmer kämpfen um ihr Überleben und sehen schwarz für die Zukunft. Die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust führt zu verminderten Ausgaben, Unternehmen investieren nicht mehr. Damit schrumpft die Wirtschaft, was wiederum weitere Entlassungen nach sich zieht.
Glauben Sie nicht, dass unsere "modernen" Regierungen die wirtschaft im Griff haben. In letzter Instanz werden unsere gewählten Politiker, abhängig von den Stimmen der Wähler, .dem Crash machtlos gegenüberstehen.
Die Frage ist nur, ob sie die Krise durch ihr kopfloses Handeln verschärfen werden oder ob sie die Realität erkennen und wenigstens nicht schlechter machen."
Liebe Lifenav Besucher:
das ist nicht von Mc Profit - das ist ein Zitat von Max Otte (hat in Princeton promoviert, ist Professor an der Fachhochschule Worms).
In seinem Buch "Der Crash kommt" erläutert er im ersten Teil, warum die Krise kommt und analysiert die Ursachen, im 2.Teil zeigt er "Überlebensstrategien" auf.
Kann man nur jedem Interessierten empfehlen.
Kurzfristiger Crash oder langfristige Krise – urteilen Sie nun selbst
Sorry folks, ich bin eigentlich durch und durch Optimist. Ich finde, den Optimismus sollten wir uns auch alle erhalten und eben aus der Krise lernen, persönliche Chancen für uns zu nutzen, die diese Krise auch ganz zweifelsfrei hervorruft. Dazu bedarf es aber eines gewissen Realismus.
Optimismus und Realismus sollten sich ergänzen, nicht ausschließen.
In diesem Sinne bis bald
Euer Mc Profit.
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anton (17.07.2009 / 10:25): und weiter so anton (17.07.2009 / 10:25): war ein guter tip, danke anton1783 (06.05.2009 / 11:35): netter Blog
5 punkte lucius mcprofit (25.02.2009 / 10:00): gute tips shodan (28.10.2008 / 14:56): Optimismus und Realismus sollten sich ergänzen, nicht ausschließen. DAS IST WAHR
Weiter so ...
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