2008 – quo vadis???
Heute schreibe ich, Lucius McProfit,
als Freund von Willi an seiner Stelle die Kolumne.
Willi ist zwar Experte für das Leben an sich, fürs Kochen, Feiern und Genießen.
Ich dagegen bin mehr der Finanzexperte, was natürlich nicht heißt, dass ich dabei den obigen Dingen abgeneigt bin.
Damit ihr mir die Finanzkompetenz glaubt und um das zu untermauern, möchte ich euch auf meine Finanzvita verweisen:
-Studierter Ökonom
-17 Jahre Erfahrung als Broker bei einem der weltweit größten Brokerhäuser.
Registriert und lizensiert an:
New York Stock Exchange (gemeinhin als Wall Street bezeichnet),
New York Mercantile Exchange,
Commodity Exchange in New York,
Chicago Board of Trade,
Chicago Board of Options Exchange.
Ich lege das nur dar, um meine Erfahrung und Kompetenz in Finanzangelegenheiten unter Beweis zu stellen.
Solche Vitas gibt es in der Finanzwelt natürlich zuhauf.
Dein persönlicher Bankberater mag vielleicht weniger international ausgebildet sein. Der Stab jeder Bank verfügt aber im Hintergrund natürlich in jedem Falle über entsprechende internationale Experten.
Klingt alles kompetent, oder?
Wissen wir Experten deshalb konkret,
was an den Börsen passiert?
NEIN!!!
Ich habe in meiner langen Zeit als Broker sowohl mit vermögenden Privatkunden zusammengearbeitet als auch mit institutionellen Kunden: Banken, Sparkassen, Versicherungen etc.
Ich habe Aktien, Schuldverschreibungen, Gold, Platin, Palladium, Silber, Weizen, Sojabohnen, Zucker, Korn und diverse weitere Commodities gehandelt. Ja, auch Schweinebäuche, aber:
Pecunia non olent!
Aber auch Derivate, Zinskontrakte, Options, Spreads and Straddles usw. - ob „long“ oder „short“, alles,
woran sich halt was verdienen lässt.
Interessant fand ich, als ich neulich in der einschlägigen Presse las, dass eine deutsche Großbank einigen Kunden, insbesondere Kommunen etc. eine „ganz sichere Zinsanlage“ zur „Reduzierung“
ihrer Zinslasten empfohlen hatte.
Diese „sichere Anlage“ - wohl ein Zins-Spread - war wohl irgendwie implodiert. Schäden in Millionenhöhe entstanden. Man streitet sich jetzt vortrefflich mit den frustrierten Kunden.
„McProfit“, habe ich zu mir selbst gesagt, „was tun diese tollen Experten von den renommierten Großbanken und Finanzberatungsinstituten für ihre großen Gagen eigentlich?
Um totalen Mist und finanzielle Verluste zu produzieren,
dafür braucht man doch keine Experten.“
Solche Zins-Spreads wurden, von den Topanalytikern der großen Brokerhäuser bereits in den Siebziger- und Achtzigerjahren entwickelt, als supersicher dargestellt, mit dem gleichen Ergebnis wie heute – totales Desaster einer vermeintlich sicheren Anlage.
Nur dass im Gegensatz zu heute die „Unternehmenskultur“ noch eine andere war und die Brokerhäuser ihren Kunden den Schaden damals – anders als heute - anstandslos ersetzt hatten, ohne großes Wenn und Aber, ohne teure Prozesse, sondern einfach und kulant.
Offensichtlich hat sich aber nicht nur die Finanzkultur geändert, offensichtlich hat in all den Jahren keiner (!!!) von den sogenannten Experten hinzugelernt!
Warum gehe ich hier überhaupt darauf ein?
Weil es nur ein Beispiel von vielen ist.
Weil wir uns von dem Irrglauben lösen müssen, die „Finanzexperten“ werden das schon wissen, werden das schon machen. Vergiss es. Die wissen es nicht!
Ich, McProfit, behaupte aus meiner langjährigen Erfahrung als Broker an führenden internationalen Finanzplätzen: Vielleicht nicht alle - aber wahrscheinlich die meisten sogenannten Börsen- und Finanzexperten wissen NICHTS. Gar nichts!
Beispiel: Gehen der DJII oder der DAX rauf, haben alle sofort eine plausible Erklärung zur Hand , gehen die Indizes dann runter, heißt es doch sofort: „Unerwarteter Einbruch bei den Retail-Zahlen , plötzliche Zinsänderungen, nicht erwartete Stimmungsverschlechterung bei den Einkaufsindizes, Änderung der Gewinnschätzungen, Einbruch bei den Hausbau-Zahlen oder bei den Hausbau-Zulassungen …“ Und, und, und –bla, bla, bla, bla, welch ein Börsianer-Geschwätz!
Dabei geht es doch um unser, um dein Geld. Da möchte man doch, dass die Einschätzungen der Experten auch „etwas“ Bestand und Verlässlichkeit haben, oder?
Natürlich kann man sagen, dass das Leben und somit die Finanzmärkte als Widerspiegelung eines Teils dieses Lebens nun mal ständig im Fluss sind, nicht berechenbar und eher chaotisch.
Dann soll man aber meines Erachtens seitens der sogenannten Experten nicht so tun und den Eindruck erwecken, man hätte alles im Griff und könnte wirklich verlässliche Prognosen abgeben. Schließlich verdienen die sogenannten Experten eine Menge Geld, unser, dein Geld, mit unseren Aufträgen.
Ich gehe so weit, zu behaupten, dass die sogenannten Experten vornehmlich ihre eigenen Commissions, Provisionen im Fokus haben. Der Kunde und seine Performance sind da sekundär. Jedenfalls ist das ein Ergebnis der Beobachtungen in meiner langjährigen Tätigkeit in dieser Branche.
Mir geht es aber hier nicht um die Beschimpfung oder das Verunglimpfen eines Berufszweiges.
Ich will nur deutlich machen, dass du den „Experten“ nicht allzu viel Vertrauen schenken sollst. Sie sind meistens dieses Vertrauens nicht wert.
Wenn dein Beratungsinstitut und dein Bankberater solch Superkenntnisse von den Märkten haben, warum kümmern sie sich dann nicht einfach um die Mehrung ihres eigenen Vermögens? Warum arbeitet der Bankberater dann für ein wahrscheinlich relativ bescheidenes Gehalt von morgens bis abends?
2008 – quo vadis???
Vor diesem Hintergrund komme ich zu unserer aktuellen Situation an den Finanzmärkten.
Wie kann es sein, dass selbst professionelle Topratingagenturen wie z. B. Moodys S&P die Risiken der Hypothekenanlagen mit den sogenannten Subprime-Krediten in den USA etc. nicht gesehen haben?
Wie konnte es zu einem solchen Desaster kommen?
Das konnte sich doch jeder Banklehrling im 3. Lehrjahr ausrechnen, dass diese Anlageform Dynamit darstellt.
Aber weltweit fielen nahezu alle Banken mit ihren Topmanagern auf eine solche „Luftnummer“ rein. Das ähnelte doch eher einem „Schneeballsystem“ der Kreisklasse als einer weltweit angewandten, sich durch alle Finanzinstitute ziehenden Anlagestrategie, mit der Folge, dass weltweit die Notenbanken in nie dagewesenem Ausmaß Liquidität in die Finanzmärkte pumpen mussten …
Solche Infusionen zeigen doch, wie krank der Patient ist.
Und ich bin der Meinung: Das war noch nicht alles! Da liegen noch unzählige Leichen im Keller. Wehe, wenn die hochgespült werden!
Denn das Problem sitzt doch viel tiefer:
Die Krise des Immobilienmarktes ist eine direkte Folge der allgemeinen Wirtschaftsschwäche und heizt diese Schwäche zugleich weiter an. Die Banken, das wird nun überdeutlich, haben sich das Wachstum der vergangenen Jahre mit Krediten erkauft, deren Rückzahlung mehr als ungewiss ist. Das gilt eben nicht nur in den USA, sondern in allen Volkswirtschaften unserer globalisierten Welt.
Auch in Deutschland, Russland usw. stehen jeweils Millionen Menschen vor der Pleite.
Ebenso wie die Banken in der Immobilienkrise Milliardenbeträge abschreiben müssen, weil massenweise Hauskredite nicht mehr bezahlt werden können, werden sie auch bei anderen Konsumentenkrediten Geld verlieren – eine weitere Krise, die auf die Finanzbranche zurollt.
Zitat aus der Welt am Sonntag vom 02.12.2007:
„Verzweifelt versuchen viele Amerikaner, ihre Autokredite weiter zu bedienen – ganz wie es ein unter Ökonomen bekannter Spruch vorhersah:
‚Man kann in einem Auto schlafen, aber nicht im eigenem Haus zur Arbeit fahren.’
Neun von zehn Beschäftigten pendeln im Auto zur Arbeit. Ist der fahrbare Untersatz weg, droht oft auch der Job verloren zu gehen. ‚Dennoch’, sagt Mark Zandi, Chefökonom des Wirtschaftsdienstes ECONOMY.com, ‚sind die Ausfallraten jetzt bereits höher als in der letzten Rezession 2001’.
Auch Konsumentenkredite werden mittlerweile zu Paketen geschnürt und am weltweiten Kapitalmarkt weiterverkauft – wenn auch bisher noch nicht in der gleichen Größenordnung wie bei den Hauskrediten.“
Wenn man diese Entwicklungen beobachtet und sieht, was derzeit passiert, stellt man fest, dass in unserem internationalen Finanzsystem jederzeit alles passieren kann. Muss nicht – kann aber.
Also: Wollen wir darauf wirklich vertrauen - angesichts dieses Murkses an den Finanzmärkten?
Wollen wir darauf unsere finanzielle Zukunft bauen? Unsere finanzielle Zukunft, ist doch auch die Zukunft unseres persönlichen Lebens, per se.
Bei den vorgenannten Betrachtungen habe ich die ganzen weiteren Risiken mit den Hedgefonds, den aktuellen Inflations- und Deflationsrisiken etc. noch gar nicht weiter berücksichtigt.
Fazit:
Wir können das internationale Finanzsystem nicht ändern, wir können unsere Banker und Berater nicht ändern.
Natürlich gilt das von mir über die sogenannten Experten Gesagte genauso für mich selbst.
Auch können wir alle die gesamte Komplexität des Finanzgeschehens kaum noch durchschauen. Wichtig eben, das muss man klar verstehen: Die sogenannten Experten können das auch nicht.
Was kann man also tun, was bleibt uns?
Wir sollten deshalb mehr auf den sensus communis vertrauen, unseren allgemeinen einfachen Menschenverstand, und auf unser Bauchgefühl …
Mein Bauchgefühl sagt mir, dass es auf den Finanzmärkten morgen oder übermorgen, vielleicht spätestens in einem Jahr, richtig krachen könnte. Das könnte ein „Blutbad“ geben.
Deshalb prüft die Empfehlung von McProfit:
Zitat von Einstein: „Die höchste Form des Wahnsinns ist es, auf Veränderungen zu hoffen, ohne etwas zu verändern.“
Also: Sukzessive raus aus den Aktien, vielleicht nicht sofort heute, aber in der nächsten Zeit.
Denn die alte Börsenweisheit „An der Börse wird nicht geklingelt.“ gilt immer noch.
Früher sagte man: „10 % des angelegten Vermögens in Gold.“ – das gibt es ja heutzutage in jeder Form: Goldaktien, Barren, Goldkonten mit physischem Gold hinterleg etc.
Meine (Bauchgefühl-) Empfehlung angesichts der gegenwärtigen Entwicklungen an den Finanzmärkten: 30 bis 40 % in Gold, evtl. Silber - das hat meines Erachtens noch Nachholbedarf - und auch noch andere Rohstoffe. Und dann? - Schau’n mer mal!
Auf jeden Fall kann dir Angelino 2008 helfen - hier clicken
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Bei Fragen wendet euch gern an mich:
MCPROFIT@lifenavigation.eu!
Ich frag mal Willi, vielleicht kann ich euch zu diesem Thema bald mal wieder einige Gedanken näherbringen.
In diesem Sinne ein erfolgreiches Jahr 2008!
Euer McProfit
PS: Und denkt daran: Pecunia non olent!