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An dieser Stelle könnt Ihr Eure Fragen an die professionellen Berater
von Psychoquest.de stellen.
 

Frage: Zu dick...
Frage gestellt am: 12.02.2009 / 18:15
von janny
Hallo liebes Psychoquest-Team,

ich bin 34 Jahre alt, 1,69m groß und wiege ca. 105 kg. Und ihr seht sicher auch auf den ersten Blick, dass ich damit nicht die perfekte Figur habe. Ich war eigentlich noch nie besonders schlank und ich habe mich bisher auch immer ganz wohl in meinem Körper gefühlt. Das Problem ist, dass ich in letzter Zeit (ich habe wieder etwas zugenommen) immer häufiger, vor allem von Freunden und auch meiner Familie, auf mein Übergewicht angesprochen werde. Es kommen auch immer häufiger so kleine Nebenbemerkungen und Witze, die mein Gewicht betreffen. Ich versuche mir in diesen Situationen nichts anmerken zu lassen, ich lache mit oder mache einen flotten Spruch, aber in Wirklichkeit verletzen mich diese Bemerkungen sehr. Ich will meinen Freunden keine böse Absicht unterstellen, aber scheinbar denken sie nicht darüber nach, dass ihre Bemerkungen mich kränken könnten. Ich habe aber auch Angst Ihnen zu sagen, dass sie mich mit ihren Bemerkungen und Witzen verletzen, da ich befürchte, dass sie mich nicht ernst nehmen oder auch darüber Witze machen. Das ganze zehrt immer mehr an mir.
 
Antwort vom 14.02.2009 / 22:10
Berater: Sarala Jungclaussen
Beraterprofil anzeigen
Hallo liebe/r Janni

danke für Deine Anfrage.
Ersteinmal finde ich es wichtig, dass es dem Sinne nicht die "perfekte Figur" gibt. Das sind Idealbilder, geformt durch die Medien und Trends. Viel wesentlicher erscheint mir das- sich -noch-wohl-fühlen-in-der- eigenen-Haut und die gesundheitlichen Auswirkungen von Übergewicht.
Hast Du eine Idee, was in der letzten Zeit dazu beigetragen haben könnte, Dein Essensverhalten so zu verändern, dass Du nochmehr zugenommen hast?
(Über-) Essen ist oft eine Kompensation, um bestimmte Gefühle nicht spüren zu müssen, sondern zu unterdrücken.
Oft hat unser Essensverhalten auch mit Gewohnheiten zu tun.
Wichtig ist auch zu schauen, wie die familiäre Disposition bei Euch ist?!
Und, hast Du in letzter Zeit mal einen Gesundheitscheck mit Blutbild machen lassen?
Ist es Dein Anliegen an Deinem Gewicht etwas ändern zu wollen?
Fragen zum Überdenken (und erspüren), die Dir selbst evt mehr Klahrheit über Deinen inneren Prozess geben könnten.

Da immer häufiger Fragen aus Deiner Umgebung, sowohl v. d Familie, als auch von Freunden auftauchen, möchte ich Dich ermutigen, dass Du Deine Verletzlichkeit thematisierst. Du könntest so damit anfangen, dass Du Dir eine Person alleine schnappst, die Dich in letzter Zeit auf Dein Gewicht angesprochen hat, und ihr z.B erzählst, wie es Dir dabei ergangen ist. Das könnte dann in etwa so klingen: als du mich das letzte Mal auf mein Gewicht angesprochen hast (oder einen Witz gerissen hast), habe ich gemerkt, wie sensibel dieses Thema für mich ist. Ich habe deine Aussage so und so empfunden (z.B als würdest Du auf meine Kosten lachen bzw dich über mich lustig machen.)"

Ich höre auch Janni, dass eine Angst da ist, nicht ernst genommen zu werden. Ich kann verstehen, dass das die direkte Ansprache nicht unbedingt leichter macht. U n d, wenn Du Dir immer wieder erlaubst so ehrlich zu sein, wie Du es jetzt warst, indem Du uns schreibst wie es Dir geht, was Dich bewegt, nimmst Du Dich selbst ernst! Das ist ein ganz wesentlicher Schritt!

Wenn Du noch Fragen hast, freuen wir uns von Dir zu hören und
ich wünsche Dir ein frohes Heraustrauen mit dem was Dich bewegt,
Sarala Jungclaussen



 
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